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| kosovo |    Internationale Schutztruppe soll „sicheres Umfeld“ schaffen

Die KFOR-Mission

Nachdem die Kosovo-Albaner zunächst die offene Auseinandersetzung mit der jugo-slawischen Regierung in Belgrad vermieden hatten, nimmt ab 1997 die „Befreiungsarmee“ UCK den bewaffneten Kampf auf und kontrolliert nach wenigen Monaten fast die Hälfte des Kosovo, bevor die jugoslawische Armee massiv zurückschlägt. 300 000 Menschen fliehen in die Berge oder über die nahe Grenze nach Mazedonien. Zahlreiche diplomatische Vermittlungsversuche scheitern, bis im März 1999 schließlich die NATO militärisch eingreift. Ihre Luftangriffe führen nach 79 Tagen zum Abzug des serbischen Militärs aus dem Kosovo.
     In der Resolution 1244 beschließen die Vereinten Nationen die Stationierung einer KFOR genannten Schutztruppe, die ein „sicheres Umfeld“ für alle Bevölkerungsgruppen garantieren und einen politischen Neuanfang ermöglichen soll. Gemeinsam mit 33 anderen Nationen beteiligt sich Deutschland am Einsatz der 18 000 Personen starken KFOR-Truppe. Mit 3150 Soldatinnen und Soldaten stellt die Bundeswehr das drittgrößte Kontingent. Der weit überwiegende Teil von ihnen ist in Prizren stationiert. Nachdem Mitte März albanische Demonstranten in der Stadt symbolträchtige serbische Einrichtungen zerstörten, wurde die deutsche Präsenz an mehreren Punkten verstärkt.
     Eine dauerhafte Lösung des Konflikts jedoch kann der KFOR-Schutz nicht sein. Sie ist nur auf politischem Wege vorstellbar. Am 23. Oktober finden im Kosovo Wahlen statt, denen in einigen Monaten Gespräche über den künftigen Status der Region folgen sollen.



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